Die Einführung eines neuen Stadtlogos für Bad Harzburg hat bei vielen Bürgerinnen und Bürgern, aber auch bei mir, Fragen aufgeworfen. Besonders überrascht hat mich, dass das neue Logo bereits im Programmheft des Yellow Jockey im August zu sehen war, bevor der Rat im Dezember überhaupt darüber informiert wurde.

Dabei geht es für mich nicht in erster Linie um die Frage, ob ein neues Logo richtig oder falsch ist. Städte entwickeln sich weiter, und selbstverständlich kann es sinnvoll sein, das Erscheinungsbild einer Stadt zu modernisieren. Entscheidend ist jedoch, wie solche Entscheidungen getroffen werden.

Ich bin überzeugt, dass wichtige Projekte, die die Identität unserer Stadt betreffen, offen und transparent gestaltet werden sollten. Mein Weg wäre gewesen, frühzeitig öffentlich zu kommunizieren, dass über ein neues Stadtlogo nachgedacht wird. Anschließend hätte ich die Ratsmitglieder, Fraktionen, Vereine, Unternehmen und Bürgerinnen und Bürger in diesen Prozess einbezogen.

Ein möglicher Weg wäre ein öffentlicher Ideen- und Gestaltungswettbewerb gewesen. Bürgerinnen und Bürger, Agenturen, Künstlerinnen und Künstler sowie kreative Köpfe aus unserer Region hätten die Möglichkeit erhalten, ihre Vorschläge einzureichen. Eine Jury hätte die besten Entwürfe auswählen und dem Rat zur Beratung und Entscheidung vorlegen können.

So wäre nicht nur ein neues Logo entstanden, sondern gleichzeitig auch ein gemeinsamer Prozess, bei dem sich die Menschen mit ihrer Stadt identifizieren können. Gute Kommunalpolitik lebt vom Mitnehmen der Menschen und vom offenen Dialog. Entscheidungen sollten nicht hinter verschlossenen Türen vorbereitet und anschließend präsentiert werden, sondern gemeinsam mit den Betroffenen entwickelt werden.

Als Bürgermeisterin möchte ich für einen Politikstil stehen, der auf Transparenz, Beteiligung und Zusammenarbeit setzt. Denn die besten Lösungen entstehen dann, wenn unterschiedliche Perspektiven gehört und Menschen frühzeitig in wichtige Entscheidungen eingebunden werden.